Ernst sein, ist lustig!
Durch den Umbau bekam die Mensa in diesem Jahr das erste Mal die Chance ihre Kompetenz als Theatersaal zu beweisen und machte ihre Sache trotz anfänglicher Zweifel der acht Schauspielerinnen aus der K13 sehr gut. Bedanken müssen wir uns an dieser Stelle auch bei der Realschule, die uns freundlicherweise ihre Bühnenteile zu Verfügung stellte.
Das Stück „Bunbury – Ernst sein ist wichtig“ von Oscar Wilde wurde von der Schauspielgruppe selber ausgewählt und in Eigenregie über ein halbes Jahr bis zur Aufführung gebracht. Kostüme, Bühnenbild, die eine oder andere Textkürzung und Proben, Proben , Proben - der Aufwand war riesig aber der Spaß umso größer. Der Enthusiasmus der Schauspielerinnen übertrug sich auf die begeisterten Zuschauer bei den zwei Aufführungen. Zum Glück, denn ansonsten wäre die doch etwas verworrene Geschichte wohl auch etwas schwer zu verstehen gewesen:
Zwei Englische Dandys, zwei wunderhübsche Mädchen und die Frage, wer denn nun Ernst ist, bilden den Kern des Stücks. Jack Worthing (Avril von Hoyningen-Huene) ist seinem Freund Algernon Moncrieff (Clara Köhne) nur unter dem Namen Ernst bekannt. Auch Algernon’s Cousine Gwendolen (Franziska Köppel) und seine Tante Augusta (Jennifer Tisdell) kennen ihn unter seinem Londoner Decknamen. Als Jack Gwendolen einen Heiratsantrag macht, erfährt er, dass sie ihn nur um seines Namens Willen liebt. Und noch ein Problem stellt sich zwischen die Liebenden: Gwendolen’s Mutter, die aufgrund von Jacks nicht vorhandener Verwandtschaft eine Ehe zwischen ihm und ihrer Tochter verbietet. Jack fährt zu seinem Landsitz, um sich taufen zu lassen, verrät aber fahrlässiger Weise Algernon seine Adresse. Dieser bricht sofort auf um Jacks Mündel Cecily (Laura Braun) kennen zu lernen. Während Cecily’s Gouvernante Miss Prism (Sandra Lückenhaus) einen Spaziergang mit dem Pastor Dr. Chasuble (Katrin Hardörfer) unternimmt, lässt sich Algernon vom Butler Merriman (Simone Hemberger) unter dem Namen Ernst Worthing ankündigen. Cecily glaubt nun es handele sich um Jacks jüngeren, verdorbenen Bruder, wegen dem er so oft in die Stadt muss. Sie schwärmt schon lange für diesen unbekannten Bruder und Algernon braucht nicht lange um ihr Herz zu erobern. Als Jack zurückkehrt, ist er zunächst gezwungen das Spiel mitzuspielen. Erst mit der Ankunft von Gwendolen fliegt der Schwindel auf und beide Frauen erklären sich für nicht länger verlobt. Doch Jack und Algernon schaffen es durch eine gelungene Tanz und Gesangs Darbietung das Herz ihrer Angebeteten zurückzuerobern. Alles wäre nun gut, würde nicht in diesem Moment Tante Augusta auftauchen, die noch immer gegen eine Heirat ist. Um sie umzustimmen verbietet Jack eine Heirat zwischen Algernon und seinem Mündel, solange er Gwendolen nicht ehelichen darf. Alles scheint aussichtslos, als Miss Prism erscheint. Tante Augusta erkennt in ihr eine ehemalige Hausangestellte, die einst das Baby ihrer Schwester verlor. Schließlich löst sich alles auf. Jack ist Algernons älterer Bruder, der Heirat steht also nichts mehr im Weg. Und – Wunder über Wunder – Jacks Taufname ist tatsächlich Ernst.
Die Zuschauer zeigten sich begeistert von der Schauspielerischen Leistung der Schülerinnen und waren dementsprechend großzügig mit den Spenden, die zur Finanzierung des Abiballs helfen sollten. Den Wunsch nach erneuter Aufführung bekam die Gruppe sehr häufig zu hören. Alles in allem kann man durchaus sagen, dass es manchmal entscheidend wichtig ist Ernst zu sein.
Clara Köhne, K13