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Kunstpreis der Jugend 2011 - Landkreis Kitzingen


Am Wettbewerb künstlerisches Gestalten auf den Gebieten der Malerei und der Bildhauerei haben sich auch in diesem Jahr wieder die Schülerinnen und Schüler des Armin-Knab-Gymnasiums äußerst erfolgreich beteiligt.


Das Thema war: Mensch und Natur


Die Jugendlichen setzen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit diesem Thema auseinander. Manche verarbeiten Dinge wie zum Beispiel Äste, Moos und Blätter aus der Natur und gestalten damit Naturobjekte, die auf je eigene Weise Bezug zum Rahmenthema nehmen. Andere sehen den Wettbewerb als Anlass, um darauf hinzuweisen, in welchem Maße der Mensch arrogant und rücksichtslos in die Natur eingreift und sie zerstört. Wieder andere nehmen das Thema zum Anlass surrealistische Gebilde zu entwickeln, die mit der Wahrnehmung des Betrachters spielen und ein inniges Verhältnis zur Natur illustrieren. Alle Siegerarbeiten zeigen, welch großes Interesse und welche Kreativität die Thematik auslöste.


In einer Feierstunde im Rathaus, die von der Musikschule Kitzingen musikalisch gestaltet wurde, reflektierte der stellvertretende Landrat Paul Streng in einer einführenden Rede über die Bedeutung  der Kunst für die Gesellschaft und insbesondere für Junge Menschen. Im Anschluss daran erklärte und begründete der Jurysprecher Dr. Harald Knobling die Auswahl und Prämierung der einzelnen Siegerarbeiten, währen Paul Streng die Urkunden überreichte.


Den Sonderpreis des Landratsamtes mit einer Dotierung von 250 € erhielt die Kollegiatin Rebecca Neuweg.


In der Altergruppe IV erhielt Lisa Schulz aus Q12 den 3.Preis (50€)  für ein poesievolles Natur-Mobile.


Den 1. Preis (150 €) in der Altersgruppe III erhielt Thomas Feiler mit beeindruckenden großformatigen Zeichnungen, die den BP-Unfall vor der Südküste der USA  und das Atomunglück in Fukoshima zum Thema haben.

Den 2. Preis (100) erhielt Simon-René Beier aus der 8. Klasse. Er zeigte in einem technisch präzise und fantasievoll gearbeiteten Modell, wie der Mensch wohnen und leben kann, ohne der Natur zu schaden.

Den 3. Preis (30 €) erhielt Lukas Fortune aus der Q 12 mit einer Meter langen Echse aus Naturmaterialien.


In der Altersgruppe II erhielt Alma Goller aus der 6. Klasse einen 3 Preis (50 €) für ein Bild, das sie auf Leinwand gemalt hat und das zeigt, wie manche Schiffe durch das Ablassen von Öl die Meere vergiften.


Den Walter-Leibig-Preis des Lion Club Kitzingen, der mit 400 € dotiert ist, erhielt die Kollegiatin Katrin Strohmer aus der Q 11. Sie konnte die Jury mit einem ihrem Schuh-Objekt überzeugen. Ein Schuh aus Moos und Rinde? Das hört sich nicht sonderlich bequem an. Aber darum ging es Kathrin Strohmer auch nicht, als sie ihre außergewöhnliche Kreation für den Wettbewerb schuf. Walter Leibig (92) war bei der Verleihung zugegen und überreichte der Schülerin persönlich den Preis.

Die Fotos zeigen Impressionen bei der Preisverleihung.


Dr. H. Knobling

Kunstkurs des AKG besuchte die 54. Biennale in Venedig


Gemeinsam mit ihrem Kursleiter Dr. Harald Knobling unternahm der Kunst-Additum-Kurs

über das Wochenende eine Exkursion nach Venedig. Die Kollegiaten erlebten die zeitgenössische Kunst hautnah am Puls der Zeit. In diesem Jahr steht die Biennale unter dem  Thema Illuminazioni. Dahinter steckt die Bedeutung Licht, das in der Kunst auf vielfältigste Weise Bedeutung hat, aber auch Nation. Und es sind auf dieser Mammutausstellung nicht weniger als 70 Länder vertreten. So war das Exkursionsprogramm für die Schüler an den drei Tagen sehr dicht gedrängt.


Nach einer kurzen und unruhigen Nacht im Schlafwagen kam die Gruppe am frühen Morgen in Venedig an.  Mit dem Vaporetto ging es auf dem Kanale Grande zur Jugendherberge auf der vorgelagerten Insel Guidecca. Gleich nach dem Frühstück fuhr man mit dem Boot zum Markusplatz und von dort begann der Fußmarsch zu den Giardini, das heißt zum Park in dem die einzelnen teilnehmenden Länder ihren eigenen Ausstellungspavillon haben. Aber bereits unterwegs stieß man auf viele Kunstwerke, die in verschiedenen Palästen und Kirchen installiert waren.


Intensiv besichtigte man vor allem den deutschen Pavillon in den Giardini, einem mächtigen Bauwerk aus der Zeit des Faschismus. Der Beitrag in diesem Pavillon wurde mit dem goldenen Löwen von Venedig ausgezeichnet. Er war ausschließlich dem revolutionären deutschen Regisseur, Filmemacher und Autor Christoph Schlingensief gewidmet, der im letzten Jahr an Lungenkrebs gestorben ist. Der Kollegiat Thomas Feiler hatte sich gründlich auf diesen Pavillon vorbereitet und ein Referat gehalten, so dass alle Kursteilnehmer die notwendigen Informationen zum Verständnis der Ausstellung hatten.

Die Kollegiaten waren tief beeindruckt, ja betroffen von der Intensität und der Stimmung die die Installation ausstrahlte. Der Pavillon ist zur Kirche umgebaut. Da gibt es Kirchenbänke, einen Altar mit einem Hasen und einem eindringlich tickendem Metronom, gotische Kirchenfenster, verschiedene Objekte mit biografischem Bezug; an den Wänden werden parallel Filme und Videos gezeigt, Röntgenbilder der verkrebsten Lunge sind hinterleuchtet, man hört Interviews mit Schlingensief zum Thema Tod und immer wieder Musik von Richard Wagner.


Nicht alle Beiträge sind so düster und bedeutungsgeladen. In den Pavillons der Giardini konnte man das breite Spektrum der aktuellen Kunst bewundern. Skulpturen, Foto-, Film- und Videoinstallationen, Malerei und Zeichnungen waren immer wieder Anlass für Diskussionen und es gab immer Neues zu entdecken.  Eine Aussage war: „Kunst ist recht anstrengend“


Der zweite Tag in Venedig war für die Arsenale, die alten Schiffswerften vorgesehen.

Auch hier ein ähnliches Bild, das zeigte, wie schwierig es ist, sich in der zeitgenössischen Kunst zu orientieren. Unmengen an Kunst! Es ist nicht möglich auch nur die Hälfte bewusst wahrzunehmen. Erschöpft vom vielen Betrachten, zogen sich die Kollegiaten am späten Nachmittag zurück und privatisierten. Einige gingen an den Lido, um das Wasser und die Sonne zu genießen, andere zog es zur Friedhofsinsel mit ihrer einzigartigen Stimmung und einige ließen sich durch die engen Gassen und schönen Plätze von Venedig treiben. Die Abende verbrachte man gemeinsam beim Pizzaessen auf der Guidecca mit Blick auf das nächtliche Venedig, auf Santa Maria della Salute, den Dogenpalast und den Markusplatz. Am Tag der Abreise genossen die Kollegiaten die Fahrt durch den Canale Grande mit seinen malerischen Palästen aus vielen Jahrhunderten. Bei bester Stimmung war die Gruppe mittags pünktlich am Bahnhof, bereit für die Rückreise. Dann kam die Überraschung, ein großes Polizeiaufgebot, Demonstranten, Transparente und Eisenbahnstreik. Alle saßen fest. Die Rückreise war eine Odysee, mit dem Bus ging es bis Innsbruck, die weiteren Zuganschlüsse über München, Nürnberg, Würzburg verzögerten sich, so dass die Kursteilnehmer erst am Montag morgen gegen 4.00 Uhr zuhause waren. Nach dieser Strapaze folgten nur ein paar Stunden Schlaf und um 8.00 Uhr saßen alle im Unterricht, bleich, etwas mitgenommen, aber physisch anwesend.

Zurückblickend kann behauptet werden, dass es eine anstrengende, aber sehr erlebnisintensive Exkursion war, an die die Kollegiaten des AKG noch lange denken werden.


                 Exkursion des Kunst-Additums nach Schweinfurt:

                        Ein Sprung vom 19. ins 21. Jahrhundert.

Drei Kunstausstellungsbesuche an einem Tag. Schweinfurt lohnt sich! Einen Parforceritt durch die Kunst erlebten Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe mit ihrem Kunstlehrer Dr. Harald Knobling.  

Der erste Besuch galt der Ausstellung „Nächtliche Sternstunden“ von Carl Spitzweg (1808 – 1885), dem Maler der deutschen Spätromantik und des Biedermeier, dem Maler des Schrulligen, der Idyllen und des kleinen Glücks. Das Georg Schäfer Museum, 2001 von Volker Staab erbaut, birgt die Kunstsammlung des Schweinfurter Industriellen Georg Schäfer. Der bedeutende Bau, ein Kubus, mit Travertin verkleidet und Innen von Beton und Eichenholz dominiert, besticht durch seine Klarheit und bot den Kollegiatinnen und Kollegiaten ungewohnte ästhetische Raumerlebnisse. Die Spitzwegausstellung wurde als sehr interessant empfunden, weil sie nicht nur Nachtbilder von ihm und seinem künstlerischen Umfeld zeigte, sondern auch weil parallel zu den Gemälden großformatige Texte auf den Wänden zu lesen waren, die über das Phänomen des Schlafes, des Traumes und der Nacht unter psychologischen, medizinischen und naturwissenschaftlichen Aspekten informierten. Dadurch hatte die Ausstellung einen aktuellen Bezug.

Nach dem Besuch des Georg Schäfer Museums führte der Weg über den Schweinfurter Weihnachtsmarkt zur städtischen Kunsthalle, dem ehemaligen Ernst Sachs Bad, das im Mai 2009 eingeweiht wurde. Dort ist die Kunst des 20. und  21. Jahrhunderts vertreten. Im  Zentrum des Interesses stand die Ausstellung „Figur Pur“. Vier bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts, zwei Maler, Ferdinand Lammeyer und Richard Lindner, und zwei Bildhauer, Heinrich Kirchner und Bernhard Graf von Bylandt- Rheydt, standen im Dialog. Am Beispiel dieser Künstler konnten die Kollegiaten unterschiedliche Aspekt und künstlerische Auffassungen des Menschenbildes in der Kunst nachvollziehen.

Der letzte Besuch galt der Ausstellung im Zentralsaal, einer spannenden groß dimensionierten Videoinstallation des jungen Würzburger Aktionskünstlers Sebastian Stumpf. Seine großformatig projizierten Clips zeigen ihn in einer urbanen Welt, von Brücken springend, auf Bäume kletternd, hinter Mauern oder Garagentoren verschwindend und auf Geländern balancierend. Ein faszinierender „Luftkünstler“.

Erschöpft und von den vielen Eindrücken und den Kopf voller Bilder trat man am Nachmittag die Rückfahrt in das verspätet beginnende Wochenende  nach Kitzingen an.

Harald Knobling