Im Schülerlabor des
Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums
Das Projekt „Gips“, eine Kooperation der Knauf Gips KG und des Armin-Knab-Gymnasiums
Nachdem unsere Projektgruppe, bestehend aus 14 Schülern der Klassen 10B und 9C, im letzten Schuljahr bei der Teilnahme am Wettbewerb VisionIng21 als Preis eine Exkursion zum Schülerlabor des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) Lampoldshausen in Hardthausen gewonnen hatte, machten wir uns am 12. November 2008 nun auf den Weg dorthin. Nach einer kurzweiligen Busfahrt kamen wir um 10 Uhr im Schülerlabor an und wurden vom Leiter des Schülerlabors herzlich begrüßt. Nachdem er uns an einem Modell des Geländes einen Überblick über das DLR Lampoldshausen und seine vielfältigen Aufgaben- und Forschungsbereiche, wie z.B. dem Testen von Raketentriebwerken gegeben hatte, führte er uns zum Gebäude in dem sich das Schülerlabor befindet. Dort angekommen wurden wir herzlich von vier Mitarbeitern des DLR Lampoldshausen, die uns auch den ganzen Tag über betreuten, in Empfang genommen. Jeder dieser Mitarbeiter war zuständig für eine Versuchseinheit, sodass den Schülern die Möglichkeit gegeben war in Gruppen folgende Themengebiete zu erkunden:
1. Der Flug ins All – eine außergewöhnliche Reise ins Vakuum
2. Verbrennungsforschung
3. Optimierung einer Wasserrakete
4. Effekte der Speziellen und Allgemeinen Relativitätstheorie
Allen Versuchseinheiten gemein war, dass jeweils vor dem praktischen Arbeiten bzw. Experimentieren eine Einleitung in die dahinter steckende Theorie notwendig war, um die Experimente auch verstehen zu können. So wurden die Schüler bei der Versuchseinheit 1 – Der Flug ins All – zunächst über den Aufbau der Erdatmosphäre, dem Luftdruck, den verschiedenen Definitionen von Vakuum und der Bedeutung von Luftdruck und Vakuum für die Technologie der Raumfahrt aufgeklärt. Im Anschluss konnte dann die Auswirkung des Vakuums auf verschiedenste Lebensmittel und Alltagsgegenstände getestet werden. Brennende Kerzen gehen aus, Luftballons blähen sich erst auf um dann zu platzen, auch Mohrenköpfe blähen sich zu einem ungeahnten Volumen auf, ebenso wie auch Gummibärchen. Wasser „kocht“ im Vakuum sogar schon bei Raumtemperatur und erreicht danach Temperaturen von mehreren Minusgraden. Auch ein aufgeschlagenes Ei konnte so in wenigen Minuten durchgefroren werden. Ebenso muss im Weltall auch absolute Stille herrschen, denn ein unter die Glasglocke gestellter Wecker ist beim Anlegen des Vakuums nicht mehr zu hören. Schließlich gilt ja: Wo keine Luft, da kein Schall! Somit wurde anhand dieser Versuche ersichtlich welche Wichtigkeit die Funktionsfähigkeit eines Raumanzuges für Astronauten hat. Denn ohne ihn oder mit einem Loch darin würde ein Astronaut gleich auf mehrfache Weise sterben: Er würde aus dem Anzug ins Weltall gesogen werden, er bzw. sein Körper würde „kochen“, sich aufblähen und Platzen und letztendlich auch erfrieren. Das Wort „Weltraumspaziergang“ spiegelt also nicht wirklich die Situation eines Außeneinsatzes der Astronauten im Weltall wider.